Neuer Ort für Kunst und Kultur

Fotoreportage

Ein Schnitt durch ein rotes Band, und aus einem ehemaligen Kasernengelände wird über Nacht ein Ort für Kunst und Kultur. Ministerin Dr. Manja Schüle, Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und Rainer M. Jacobus setzen die Schere an, ringsum Kameras, Applaus, das rosafarbene Licht der Fassade im Rücken. So beginnt, an einem Septembertag 2026, die Geschichte des Kreativ Quartiers Potsdam – und wir sind mit der Kamera mittendrin, für BILDHAUS.

Der Vormittag gehört noch den großen Gesten: Reden vor der Orangerie, ein Kontrabass, dessen Ton sich zwischen „Langer Stall“ und Akademie verliert, Tänzerinnen, die den Rasen zur Bühne machen. Doch das eigentliche Bild des Tages entsteht daneben, in den Zwischenräumen. In violetten Liegestühlen mit der Aufschrift „Kreativ Quartier“, in denen sich ältere Damen in die Sonne lehnen. In Bodenpfeilen, die zur Akademie weisen, während Schuhe achtlos darübergehen. In einem Hund, der neugierig durch die Gasse trottet, während im Hintergrund die Nikolaikirche über die neuen Dächer schaut.

Wir haben nicht nur die Bühne fotografiert, sondern das Dazwischen: Hände, die in einem Fotoheft mit Kalligrafie-Schrift blättern. Zwei Frauen, die vor einem Kleiderständer lachen. Eine rote Karte für „Urban Art Voting“, gehalten im Halbdunkel eines Ateliers. Ein Vater, der Kind und Stoffaffe balanciert, während irgendwo ein Kaffee gemahlen wird. Das Kreativ Quartier zeigt sich an diesem Tag nicht als fertiges Bild, sondern als Werkstatt – offen, ein bisschen unfertig, voller Menschen, die es sich gerade erst aneignen.

Mit der Dämmerung kippt die Reportage ins Malerische. Die Fassaden werden in Pink und Grün getaucht, Neonlicht zieht schräge Linien über Balkone und Gitter, eine Person im Gegenlicht wird zur Silhouette. Über der Straße leuchtet „Alles neu“ – Programm und Kommentar zugleich. Vor dem „Langer Stall“ heben Tänzerinnen eine von ihnen in die Luft, ein letztes Bild vor der beleuchteten Glasfront, während irgendwo jemand mit einem Blumenstrauß durch den regennassen Hof geht. Kein Ende, eher ein Übergang: vom Festakt zur Nachbarschaft, von der Eröffnung zum Alltag, der hier jetzt beginnt.

Entstanden ist daraus eine Fotoreportage, die bewusst zwischen Dokumentation und Stimmungsbild pendelt – manches gestochen scharf, manches in Bewegungsunschärfe oder Doppelbelichtung aufgelöst, so wie sich auch ein neuer Ort erst nach und nach scharfstellt. Die vollständige Serie ist zu sehen unter bildhaus-potsdam.de.

Mit großem Knall wurde das Kreativ Quartier Potsdam von Ministerin Dr. Manja Schüle, Oberbürgermeisterin Noosha Aubel und Rainer M. Jacobus eröffnet.

Fotos: Karoline Wolf

Eröffnungszeremonie im Kreativ Quartier Potsdam: Ehrengäste durchschneiden lachend das rote Band vor der rosafarbenen Fassade
Foto: Karoline Wolf / BILDHAUS